3 juli 2013

Gunilla Bergström und Alfons Åberg (Willi Wiberg)

Gunilla Bergström wurde am 3. Juli 1942 in Göteborg geboren und entdeckte als Kind bereits mehrere Kulturen, denn nach der Scheidung ihrer Eltern hatte sie zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein konnten, denn die Mutter bildete eine konservative bürgerlicher Lehrerfamilie und der Vater heiratete eine dänische Künstlerin bei der Kreativität mit bohemischer Atmosphäre gemischt wurde.

Nach ihrer Schulzeit besuchte Gunilla Bergström das Journalistik-Institut an der Universität Stockholm, das sie 1966 mit einem Examen als Journalist beendete. Anschließend arbeitete die Journalistin und Schriftstellerin erst bei Dagens Nyheter und anschließend beim Aftonbladet in Stockholm.

Gunilla Bergström, God natt, Alfons Åberg, Förlag Rabén Sjögren, Stockholom, 2006, Titel: Gunilla Bergström

Die literarische Karriere von Gunilla Bergström begann im Jahre 1970, als sie an einer Artikelserie über Scheidungen arbeitete, denn sie entdeckte, dass bei allen Diskussionen, die darüber geführt werden, der Aspekt des Kindes fehlte, wobei hierbei ihre eigenen Erfahrungen als Scheidungskind natürlich auch eine gewisse Rolle spielten. Bergström entschloss sich daher ein Buch für Kinder zu schreiben, das Kindern eine Scheidung auf einfachste Weise näher bringt.

Auch wenn die Idee gut war, so zeigte sich das Projekt an Mias pappa flyttar, dem ersten Kinderbuch der Autorin, gar nicht so einfach, denn Gunilla Bergström hatte keine Kinder, keine Erfahrung als Kinderbuchautorin und wusste nicht einmal wie ein Kinderbuch aufgebaut ist und wie groß eine Illustration sein sollte. Aber nach einigen Besuchen in den Buchhandlungen nahm das Projekt Form an und 1971 erschien das erste Buch der Autorin.

Nur ein Jahr später erscheint dann das erste Buch Gunilla Bergströms mit Alfons Åberg (Willi Wiberg) in der Hauptrolle, das ihr Leben vollständig verändern sollte und der erste Band einer langen Serie war. Bereits im Band God natt, Alfons Åberg legt die Schriftstellerin die Linie ihres Gesamtwerkes fest, denn die Hauptfiguren bleiben Vater und Sohn, ein Verhältnis, dass in manchen Punkten an die Kindheit Bergströms erinnert, die immer nur kurze Zeit beim Vater verbrachte und dort die Ungezwungenheit fand. In den Büchern mit Alfons Åberg bleibt die Mutter abwesend, genauer genommen inexistent.

Neben den Büchern über Alfons Åberg, die auch von Gunilla Bergström bebildert wurden, veröffentlichte die Autorin auch einige Bücher bei denen ihre eigenen Kinder die Hauptfiguren spielten, insbesondere die jüngste Tochter, die unter Autismus leidet und Entwicklungsstörungen hat. Das typischste Kinderbuch dieser Reihe ist Bill och Bolla, das, wie die beiden vorangehenden Werke zum gleichen Thema, in Reimform geschrieben ist.

Auch wenn Gunilla Bergström nahezu ausschließlich mit Alfons Åberg in Verbindung gebracht wird, so hat sie auch Lieder veröffentlicht, Stücke für das Kindertheater geschrieben, ein Libretto für ein Kindermusical verfasst und mehrere Bücher anderer Autoren illustriert, was man beim Erfolg Åbergs sehr leicht vergisst.

Gunilla Bergström gehört, obwohl sie, nach Astrid Lindgren, die meist verlegte, meist übersetzte und meist gelesene Kinderbuchautorin Schwedens ist, nie ein typisches Kinderbuch geschrieben, sondern Bücher aus dem realen Leben, des mit Erwachsenenthemen Kinder anspricht und damit eine eigene Kategorie an Kinderbüchern ausmacht.

Wenn man nur die Bücher mit Adolf Åberg betrachtet, so hat Gunilla Bergström allein in Schweden bereits über vier Millionen der Bücher verkauft und die gleiche Menge noch in Form von Übersetzungen. In diesem Rahmen muss man bedenken, dass Bergström die erste schwedische Autorin war, die auch ins Arabische übersetzt wurde, da ihre Themen frei von kulturellen Vorurteilen sind und daher „Familienprobleme“ jeden Landes Kindern auf einfachste Weise näher bringt.

Sehr viele Bücher von Gunilla Bergström, die seit 1975 als hauptberufliche Schriftstellerin und Illustratorin arbeitet, wurden mittlerweile verfilmt, für das Kindertheater bearbeitet oder erschienen als Zeichentrickfilm. In vielen Fällen war es Bergström selbst, die die Adaptationen schrieb und damit auch die Aussagen der Bücher erhalten konnte.

Im Jahre 1997 wurde Gunilla Bergström, der schon rund 20 bedeutende Preise für ihre Werke überreicht wurden, in die Svenska Barnboksakademien gewählt, wo sie auf dem Stuhl Nummer 12 Platz nahm. Ihre Bücher über Alfons Åberg sind noch heute in Schweden so stark gefragt, dass nicht ein einziger Titel aus der Reihe verschwand, sondern immer wieder neu aufgelegt wird.

Copyright: Herbert Kårlin

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